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Wartburg bei Eisenach – UNESCO-Weltkulturerbe auf einem Felsen über dem Thüringer Wald

Wartburg

55 km / 55 min

Die Wartburg bei Eisenach gehört zu den bekanntesten Burgen Deutschlands und ist seit 1999 UNESCO-Welterbe. Hier übersetzte Martin Luther 1521/22 das Neue Testament ins Deutsche. Mit der Eisenacher Altstadt und der Drachenschlucht wird daraus ein ganzer Ausflugstag.

Die Wartburg liegt etwa 55 Kilometer von unserer Pension entfernt auf einem Felsen über Eisenach. Der Sage nach soll Graf Ludwig der Springer im Jahr 1067 beim Anblick des Berges gerufen haben: „Wart, Berg, du sollst mir eine Burg werden!“ Daher hat die Burg ihren Namen.

Das Herz der Anlage ist der Palas aus dem 12. Jahrhundert. Er gilt als einer der am besten erhaltenen romanischen Profanbauten nördlich der Alpen. Drinnen sehen Sie den Sängersaal, in dem der Sage nach um 1206 der Sängerkrieg stattfand. Richard Wagner machte daraus seine Oper „Tannhäuser“. Die Elisabethkemenate ist ganz mit Glasmosaiken ausgekleidet. Sie erzählen vom Leben der Heiligen Elisabeth, die als junge Landgräfin auf der Wartburg lebte.

Martin Luther versteckte sich 1521 nach dem Reichstag zu Worms zehn Monate auf der Burg, als „Junker Jörg“ mit Bart und ohne Mönchskutte. In dieser Zeit übersetzte er das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Seine schlichte Stube können Sie bis heute besichtigen. 1817 trafen sich hier rund 500 Studenten zum Wartburgfest und forderten ein geeintes Deutschland. Die Farben Schwarz, Rot und Gold gehen auf diese Bewegung zurück.

Vom Südturm sehen Sie weit über den Thüringer Wald. Der Burghof ist frei zugänglich. Für das Museum und die historischen Räume brauchen Sie eine Eintrittskarte, die Räume sehen Sie bei einer Führung.

Nach dem Besuch lohnt sich der Weg hinunter in die Eisenacher Altstadt. Am Markt steht die Georgenkirche, in der Johann Sebastian Bach 1685 getauft wurde. Wenige Gehminuten entfernt liegt das Bachhaus, ein Museum über sein Leben und seine Musik. Im Lutherhaus wohnte Luther als Schüler bei der Familie Cotta. Das Nikolaitor ist das einzige erhaltene Stadttor und stammt noch aus romanischer Zeit. Wer sich für Autos interessiert: In Eisenach wurde der Wartburg gebaut, die Automobile Welt Eisenach zeigt die Geschichte des Autobaus in der Stadt.

Südlich der Burg beginnt die Drachenschlucht. Der Weg führt durch eine schmale Klamm im Thüringer Wald. An der engsten Stelle ist sie kaum breiter als ein Meter, die bemoosten Felswände ragen links und rechts mehrere Meter hoch. Gelaufen wird teils auf Gitterrosten direkt über dem Bach. Den Einstieg finden Sie am Wanderparkplatz im Mariental. Für die Schlucht hin und zurück sollten Sie ein bis zwei Stunden einplanen. Wer gut zu Fuß ist, wandert weiter bis zur Hohen Sonne am Rennsteig oder auf Waldwegen bis hinauf zur Wartburg.

Unser Tipp

Planen Sie den Besuch unter der Woche ein, am Wochenende kann es auf der Burg sehr voll werden. Für die Drachenschlucht brauchen Sie feste Schuhe, der Weg ist auch im Sommer oft nass und rutschig. Unser Vorschlag für den Tag: vormittags auf die Wartburg, mittags in die Altstadt, nachmittags in die Schlucht.

Praktische Informationen

Beste Reisezeit
Mai bis Oktober, unter der Woche weniger Besucher

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